Für Individuen, die keine Nachfahren gezeugt haben und gefressen werden, ist diese Welt ungerecht, da sie von Glück, Unglück, Gewinn und Verlust geprägt ist. Deswegen haben Vorfahren der Menschen überlegt: "Um uns vor der unwirtlichen, ungerechten Welt zu schützen, bilden wir eine Gesellschaft, um uns gegenseitig zu helfen. Das war selbstverständlich. Durch die Schaffung einer Gesellschaft wurde die Arbeit geteilt und die Produktivität stieg. Mit der Stärkung der Technik kontrollierte man zunehmend die Natur. Die Menschheit wuchs und wuchs. Einige sammelten Reichtum an, um den man Krieg führte. Man lernte aufgrund der vielen Kriege dazu und entwickelte ein fortschrittliches Gesellschaftssystem. Aber die Gesellschaft ist so ein verrücktes Ding. Je weiter sich die Gesellschaft entwickelt, desto mehr Ungerechtigkeiten entstehen innerhalb der Gesellschaft. Unterschiede in Bezug auf Arm und Reich, im Stand, Fähigkeiten, Aussehen, Rasse... Die Gesellschaft, die dazu dienen sollte, aus der grausamen Welt zu entfliehen, schafft nur neue Ungerechtigkeiten. Man kann natürlich auch als Armer fröhlich und friedlich leben. Dafür braucht man aber ein System, das die Unzufriedenheit über die Ungerechtigkeit der Armen absobiert. Zum Beispiel braucht man bei einem ungerechten Tod ein Gedankenkonstrukt, sodass man mit der Ungerechtigkeit noch zurechtkommen kann. Diese Rolle übernahm sehr lange die Religion. Man lehrte, dass man trotz Armut, Diskriminierung und Repressalien, wenn man den Glauben hatte und untadelig leben konnte, auch bei einem frühen Tod in den Himmel kommen konnte und so Gerechtigkeit erfuhr. Dass man jedoch gar keinen Glauben mehr besitzt, das gibt es häufig unter Menschen, die in Ländern leben, in denen das Sozialsystem ausgereift ist. Man muss nicht unbedingt Glauben haben, wenn die Gesellschaft stabil und wohlhabend ist. Aber dennoch kommt der Tod ungerechterweise daher. Die menschliche Gesellschaft wird auch in Zukunft einen fadenscheinigen Grund finden, Kriege zu führen. Die Starken werden die Schwachen weiter schikanieren. Der Glaube, dass in Zukunft alles besser werden wird, ist irgendwie auf einem globalen Niveau stecken geblieben. Wie soll man die Seelen derer retten, die die Grausamkeit der Welt nicht aushalten, das Glück in der Gesellschaft nicht finden oder nicht an Gott glauben können?
Eden - It's an endless world von Hiroki Endo
Donnerstag, 17. Juli 2008
Eden - Das verlorene Paradies
Donnerstag, 26. Juni 2008
Plan zur Vollendung der Menschheit
Dieses große Ziel vor Augen sind viele und zum Teil radikale Maßnahmen nötig, von denen hier vorerst nur diejenigen erläutert werden sollen, die am Anfang der großen Veränderung stehen, die zu einem gesunden Verhältnis zwischen Mensch und Natur führen soll.
Für eben benanntes gesundes Verhältnis ist es unerläßlich, die übergroße Anzahl der Menschen auf diesem Planeten deutlich zu senken.
Dies soll mit folgenden Maßnahmen erreicht werden:
1. Pro Familie ist nur ein Kind erlaubt.
2. Sollte ein weiteres Kind geboren werden, ohne dass das erste verstorben ist, wird dieses zweite Kind an eine andere kinderlose Familie übergeben und die Mutter ist zur Sterilisation verpflichtet.
3. Frauen, die als Gebährmaschinen fungieren, werden zwangssterilisiert.
4. Umweltvergehen gelten in Zukunft als Schwerverbrechen.
5. Wer trotz körperlicher Befähigung keiner für die Allgemeinheit nützlichen Arbeit nachgeht, macht sich ebenfalls eines Schwerverbrechens schuldig.
6. Schwerverbrechen werden mit dem Tode bestraft.
7. Geistig oder körperlich Behinderte, die keiner sinnvollen Arbeit nachgehen können, gelten zwar nicht als Schwerverbrecher, werden aus Gründen der Menschheitsdezimierung dennoch eliminiert. (Ausgenommen Fälle, in denen die Behinderung nicht angeboren und ein Dienst an der Gemeinschaft schon geleistet worden ist)
8. Verbrechen, die nicht in der Kategorie "Schwerverbrechen" eingeordnet sind, werden wie folgt geahndet:
Diebstahl = 100 g Fleisch pro 20 € (Wert des Gestohlenen)
Ehebruch = 1 Kilo Fleisch
Körperverletzung = 100g Fleisch pro Stunde der ärztlichen Zuwendung (bei kleineren Verletzungen) oder pro Tag der häusliche Pflege/Krankenhausaufenthalt (bei größeren Verletzungen); sollte dabei ein Wert von über 100 (also 10 Kg) erreicht werden, wird diese Straftat als Mordversuch angesehen und wird ebenfalls mit dem Tode bestraft.
Diese Kg-Angaben beziehen sich auf die Menge Fleisch (erlaubter Fett-Anteil max. 20%), die der Verurteilte aus seinem eigenem Körper herauszuschneiden hat - Mengen über 2 Kg dürfen dabei in Raten "bezahlt" werden.
Diese Maßnahmen werden nicht ausreichend sein und verstehen sich nur als 1. Schritt in die richtige Richtung.
Nantej, in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern von Psychosis NOS
Montag, 5. Mai 2008
Psychiatrie: Die Tyrannei der Mehrheit
1. Genau genommen können Krankheiten nur den Körper affizieren; daher kann es keine Geisteskrankheit geben.
2. "Geisteskrankheit" ist eine Metapher. Ein Geist kann nur in dem Sinne "krank" sein wie schwarzer Humor "krank" ist oder die Wirtschaft "krank" ist.
3. Psychiatrische Diagnosen sind stigmatisierende Etiketten; sie sollen an die medizinische Diagnosepraxis erinnern und werden Menschen angehängt, deren Verhalten andere ärgert oder verletzt.
4. Gewöhnlich werden Menschen, die unter ihrem eigenen Verhalten leiden und darüber klagen, als "neurotisch" und jene, unter deren Verhalten andere Leiden und über die sich andere beklagen, als "psychotisch" bezeichnet.
5. "Geisteskrankheit" ist nicht etwas, was eine Person hat, sondern etwas, was sie tut oder ist.
6. Wenn es keine "Geisteskrankheit" gibt, kann es keine "Hospitalisierung", "Behandlung" oder "Heilung" von "Geisteskrankheiten" geben. Menschen können mit oder ohne Eingreifen des Psychiaters ihr Verhalten oder ihre Persönlichkeit ändern. Solche Eingriffe nennt man heute "Behandlung". Die Veränderung, wenn sie in einer von der Gesellschaft gebilligten Richtung verläuft, heißt "Genesung" oder "Heilung".
7. In die Strafrechtspraxis eingedrungene psychiatrische Vorstellungen - z.B. Antrag auf Unzurechnungsfähigkeit' Gutachten über das seelisch-geistige Unvermögen des Beklagten, einen Prozeß durchzustehen, usw. - korrumpieren das Recht und machen die Bürger, derentwegen sie vorgeblich herangezogen werden, zu Opfern.
8. Persönliches Verhalten folgt stets Regeln, ist strategisch und sinnvoll. Soziale Beziehungen können als Spiele betrachtet und analysiert werden, wobei das Verhalten der Spieler von ausdrücklich formulierten oder stillschweigend wirksamen Spielregeln gelenkt wird.
9. Bei den meisten Arten von freiwilliger Psychotherapie versucht der Therapeut dem Behandelten die unausgesprochenen Spielregeln, nach denen er sich richtet, zu erläutern und ihm bei der Überprüfung der Ziele und Werte der von ihm praktizierten Lebensspiele zu helfen.
Es gibt keine medizinische, moralische oder juristische Rechtfertigung für unerbetene psychiatrische Eingriffe wie "Diagnose", "Hospitalisierung" oder "Behandlung".
Sie sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit.Thomas Szasz
Samstag, 26. Januar 2008
Die holde Naturwissenschaft
Der Konstrukteur Trurl erbaute einmal eine Maschine, die alles herstellen konnte, was mit dem Buchstaben n begann... Da lud er den Kostrukteur Klapauzius zu sich ein, stellte ihm die Maschine vor und lobte überschwenglich ihre außerordentlichen Fähigkeiten - bis dieser schließlich wütend wurde und darum bat, ihr selber etwas aufzutragen.
"Bitte sehr", sagte Trurl, "aber es muss auf n sein."
"Auf n?", fragte Klapauzius, "Schön, dann soll sie Naturwissenschaften klopfen."
Die Maschine erzitterte, grunzte und alsbald füllte sich der Platz vor Trurls Domizil mit einer n-Zahl von Naturwissenschaftlern. Sie rauften sich die Haare, schrieben in dicke Bücher, einige griffen nach ihnen und rissen sie in Fetzen; in der Ferne loderten Scheiterhaufen, auf denen die naturwissenschaftlichen Märtyrer schmorten, hie und da explodierte etwas, entwickelten sich seltsame Dämpfe in Gestalt von Pilzen; alle redeten durcheinander, sodass niemand ein Wort verstand, manche verfassten hastig Denkschriften, Petitionen und Resolutionen; ein wenig abseits wiederum, vor den Füßen der Gestikulierer, hockten ein paar Greise und schrieben etwas mit winzigen Buchstaben auf Papierfetzen.
"Nicht schlecht, was?", rief Trurl entzückt aus, "Die holde Naturwissenschaft, wie sie leibt und lebt!"
Stanislaw Lems
Samstag, 19. Januar 2008
Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis
Da die Philosophie nichts anderes ist als das Streben nach Weisheit und Wahrheit, so sollte man vernunftgemäß erwarten dürfen, dass die, welche am meisten Zeit und Mühe auf sie verwendet haben, sich einer größeren Ruhe und Heiterkeit des Gemütes, einer größeren Klarheit und Sicherheit der Erkenntnis erfreuen und weniger durch Zweifel und Bedenken beunruhigt werden als andere Menschen. Wir sehen dagegen, dass vielmehr die ungelehrte Menge der Menschen, die auf der Landstraße des schlichten Menschenverstandes wandelt und durch die Gebote der Natur geleitet wird, größtenteils zufrieden und ruhig lebt.
Ihnen scheint nichts, was gewöhnlich ist, unerklärlich oder schwer zu begreifen. Sie klagen nicht über irgendwelche Unzuverlässigkeit ihrer Sinne und sind ganz frei von der Gefahr, Skeptiker zu werden. Sobald wir uns aber der Leitung der Sinne und der natürlichen Triebe entziehen, um dem Lichte eines höheren Prinzips zu folgen, um über die Natur der Dinge mittels unserer Vernunft Schlüsse zu ziehen, über sie nachzudenken und zu reflektieren, erheben sich sofort tausend Zweifel in unserem Geist in Betreff eben der Dinge, welche wir vorher völlig zu begreifen schienen. Vorurteile und Irrtümer der Sinne enthüllen sich von allen Seiten her unserem Blick, und indem wir diese durch Nachdenken zu berichtigen streben, werden wir unvermerkt in seltsame, von der gewöhnlichen Meinung abweichende Behauptungen, Schwierigkeiten und Widersprüche verstrickt, die sich in dem Maße, als wir in der Betrachtung weiter gehen, vermehren und steigern, bis wir uns zuletzt, nachdem wir manche verschlungene Irrgänge durchwandert haben, gerade an dem Punkte wiederfinden, von welchem wir ausgegangen waren, oder, was schlimmer ist, die Forschung aufgeben und, in Zweifelsucht verloren, die Hände in den Schoß legen.
George Berkeley
Mittwoch, 26. September 2007
Rezitatorenwettstreit 2003
Die Spitze
I
Menschlichkeit: Namen schwankender Besitze,
noch unbestätigter Bestand von Glück:
ist das unmenschlich, daß zu dieser Spitze,
zu diesem kleinen dichten Spitzenstück
zwei Augen wurden? - Willst du sie zurück?
Du Langvergangene und schließlich Blinde,
ist deine Seligkeit in diesem Ding,
zu welcher hin, wie zwischen Stamm und Rinde,
dein großes Fühlen, kleinverwandelt, ging?
Durch einen Riß im Schicksal, eine Lücke
entzogst du deine Seele deiner Zeit;
und sie ist so in diesem lichten Stücke,
daß es mich lächeln macht vor Nützlichkeit.
II
Und wenn uns eines Tages dieses Tun
und was an uns geschieht gering erschiene
und uns so fremd, als ob es nicht verdiene,
daß wir so mühsam aus den Kinderschuhn
um seinetwillen wachsen -: Ob die Bahn
vergilbter Spitze, diese dichtgefügte
blumige Spitzenbahn, dann nicht genügte,
uns hier zu halten? Sieh: sie ward getan.
Ein Leben ward vielleicht verschmäht, wer weiß?
Ein Glück war da und wurde hingegeben,
und endlich wurde doch, um jeden Preis,
dies Ding daraus, nicht leichter als das Leben
und doch vollendet und so schön als sei's
nicht mehr zu früh, zu lächeln und zu schweben.
Rainer Maria Rilke
Donnerstag, 2. August 2007
Eiswasser
Meine warmen Gedanken wie Eiswasser zerschmelzen
Das Sonnenlicht verliert ihre mütterliche Stärke
Und ich bleibe zurück und nehme alles hin
Ein kurzes unbewusstes Zucken aus den Mundwinkeln
Lässt meine trockenen Lippen aufreißen
Und ich schmecke das Blut und den Geist des Lebens
Sehnsüchtig tröste ich mich in den Schlaf
Rot ist der Stern meiner Liebe
Schwarz sind die Gedanken in mir
Umrisse der Welt enttäuscht vernommen
Goldene Flügel für den Sterbenden
Treibe ich auf dem leeren Ozean
Und denke an die Vergangenheiten fleischlicher Gelüste
Ein junges Mädchen kratzt an meinem Sarg
Und wendet sich traurig ab
Das Sonnenlicht verliert ihre mütterliche Stärke
Und ich bleibe zurück und nehme alles hin
Ein kurzes unbewusstes Zucken aus den Mundwinkeln
Lässt meine trockenen Lippen aufreißen
Und ich schmecke das Blut und den Geist des Lebens
Sehnsüchtig tröste ich mich in den Schlaf
Rot ist der Stern meiner Liebe
Schwarz sind die Gedanken in mir
Umrisse der Welt enttäuscht vernommen
Goldene Flügel für den Sterbenden
Treibe ich auf dem leeren Ozean
Und denke an die Vergangenheiten fleischlicher Gelüste
Ein junges Mädchen kratzt an meinem Sarg
Und wendet sich traurig ab
Erfrorenes Wasser als Fundament eines Traums
Das Bewusstsein ist das Tor zur Welt
Und ich spüre die Geburt und das Einmalige
Totenburgen
Im schwachen Licht des Mondes erscheinen
Aufflackern alter Mythen im Herzen der Nacht
Und ich schreie mit dem eisigen Wind
Und sterbe langsam – lautlos vor mich hin
Ein zerkratztes Gesicht im Spiegel
Zwei Augen unbeweglich etwas suchen
Eine salzige Träne als Zeugnis meiner Liebe
Ich entsage Gott
Und leugne seinen Nutzen als Hebamme
Gefüllte Becher zur Trauerstunde
Segne ich die Sünden meines Lebens
Und schieße mir lässig durch die Hand
Das Bewusstsein ist das Tor zur Welt
Und ich spüre die Geburt und das Einmalige
Totenburgen
Im schwachen Licht des Mondes erscheinen
Aufflackern alter Mythen im Herzen der Nacht
Und ich schreie mit dem eisigen Wind
Und sterbe langsam – lautlos vor mich hin
Ein zerkratztes Gesicht im Spiegel
Zwei Augen unbeweglich etwas suchen
Eine salzige Träne als Zeugnis meiner Liebe
Ich entsage Gott
Und leugne seinen Nutzen als Hebamme
Gefüllte Becher zur Trauerstunde
Segne ich die Sünden meines Lebens
Und schieße mir lässig durch die Hand
Mantus
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